Nun ist schon wieder eine Woche vergangen, das ich als Zuschauer die EM besuchte. Trotzdem beschäftigen mich noch immer meine Wahrnehmungen zum ersten Durchlauf. Zeigen doch meine Fotos vom Coursing ein etwas anderes Bild, als es dargestellt wird. Im Grunde könnten mir die Ergebnisse egal sein, denn aktiv war ich wie gesagt nur hinter der Kamera bei dieser Veranstaltung. Mir geht es hier aber um das Prinzip und um die Rasse Greyhound, denn man bestraft die Leistung der Hunde und da hört bei mir der Spaß auf. Das die Ergebnisse nur relativ zu bewerten sind und nicht die tatsächlichen Leistungen wiederspiegeln, möchte ich mit folgenden Beispiel einmal zeigen.
Im ersten Greylauf liefen die Hündinnen Rosalie of Goldenqueen gegen Belinda vom Vugelbeerbaam.
Noch vor der Hälfte der Strecke hat die Hündin Rosalie of Goldenqueen den Hasen verloren. Belinda vom Vugelbeerbaam lief die komplette Strecke mit anschließenden Kill am Hasen. Laut meiner Wahrnehmung, die sich im Fotomaterial wiederspiegelt, lief die Hündin nur ca. 50% der Strecke. Das erste Auftauchen der Hündin auf dem Bildmaterial nach dem Verlust des Hasen war 13 (!!!!) Sekunden nach dem Kill von Belinda vom Vugelbeerbaam. (13 Sekunden sind im Windhundsport schon eine Ewigkeit.) Sie lief da aber nicht zum Hasen, sondern hinter Belinda im direkten Weg zu ihrer Besitzerin.
Mich stört an diesem Beispiel nicht die Tatsache, dass Belinda vom Vugelbeerbaam nur 7 (!!) Punkte mehr als Rosalie of Goldenqueen bekommen hat. Nein, mich stört daran, wie schlecht muß Koronis Wenonah gelaufen sein, denn er hat auf der gleichen Strecke nur 1 in Worten EINEN Punkt mehr bekommen als die Hündin die nur 50% und ohne Kill gelaufen ist.
Natürlich könnte man diese Bewertung nun noch weiter diskutieren und auch weitere Beispiele aufzählen. Belassen wir es aber bei diesen einen Beispiel und fragen uns mit unserer inneren Stimme „Können Wahrnehmung und Bildmaterial wirklich uns etwas vorspielen, oder ist alles nur eine Auslegungssache von menschlichen Beobachtungen in Verbindung mit Sympathie ?“.
Schlagworte: Belinda vom Vugelbeerbaam, Coursing, EM, Koronis Wenonah, Rosalie of Goldenqueen











24. August 2009 um 13:35 |
das ist der nachteil am coursing, dass die bewertung in der hand von richterInnen liegt, die „auch nur“ menschen sind. die beobachtung ist äusserst interessant.
ich hatte den eindruck, dass die parcours sehr auf geschwindigkeit und wenig auf wendigkeit ausgelegt waren. dafür durchaus auf ausdauer, da es gute bergaufstrecken gab. habe selbst aber nur wenige IW-läufe gesehen. weiss auch nicht, ob nach dem ersten lauf umgesteckt wurde? jedenfalls sah ich keine hunde in gräben stürzen.
24. August 2009 um 13:58 |
Da ich nur als Zuschauer anwesend war, ist mir dieses aufgefallen. Als Teilnehmer hat man die Zeit nicht, ein Coursing so zu verfolgen. Wie soll dieses auch gehen, muß man doch die Hunde warmlaufen und nach dem Lauf schnellstens des Feld räumen und den Hunden weiter in Bewegung halten. Als Zuschauer hat man da zwar einen gewissen Vorteil, denn man kann alles genau beobachten. Was nützt aber später dieser Vorteil ?
25. August 2009 um 05:20 |
es wird einem durch beobachten wieder bewusster, dass coursing ein richterabhängiges vergnügen ist. der lauf ist für den hund die punkte sind für menschen. möglicherweise weicht man dann auch bestimmten richterInnen aus, wenn man sie lange genug beobachtet hat.
vielleicht sollte man bei der bewertung auch über streichresultate nachdenken, wie sie in anderen sportarten durchaus üblich sind. damit wären bewertungen, die aus dem rahmen fallen, automatisch wertlos. geht aber natürlich nur bei grösseren bewerben mit mehreren richterInnen.